| British Columbia |
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| Written by Johannes und Simone | |
| Thursday, 04 September 2008 21:35 | |
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Nachdem wir mit der Faehre nach Vancouver uebergesetzt waren, ging die Reise quer durch British Columbia. Ueber das "kanadische Mallorca", den moskitoverseuchten Wells Gray Park, das historische Barkerville und den kraeftezehrenden Mount Robson Nationalpark bis Jasper... Vancouver: Da unser Zeltplatz etwas ausserhalb von Vancouver lag, gestaltete sich die Anfahrt als zeitaufwendige Sache. Mit Bus und Skytrain kamen wir nach einer halben Ewigkeit an der Waterfront an. Mit dem Seabus wollten wir zum Stanley Park fahren, um uns dort Fahrraeder zu leihen. Aber wie der Name unschwer erkennen laesst handelt es sich um etwas, das auf dem Wasser faehrt und noch dazu in die falsche Richtung. Wieder zurueck haben wir den normalen Bus genommen, der uns dann auch in den Park brachte. Die Idee mit den Fahrraedern haben wir schnell wieder verworfen, da der ueberfuellte (Einbahn-) Radweg direkt an einer von Autos befahrenen Strasse entlang fuehrt. Komischer Park, in dem man fast ueberall mit dem Auto hinkommt. Das Schoenste im Park war neben den Totempfaehlen das Aquarium, das mit einem neugeborenen Belugawal aufwarten konnte. Auch sonst hat uns Vancouver nicht so vom Hocker gehauen. Die Zusatzbezeichnung "Vankong" hat diese Stadt zu Recht, da man sich fast ausschliesslich umgeben von Asiaten wiederfindet. Die spektakulaere Gasuhr in Gastown wollten wir uns aber noch ansehen. Hier sollte man sich "die alle 15 Minuten erfolgende Dampfexplosion nicht entgehen lassen, mit deren Hilfe den Dampfpfeifen der beruehmte Westminster-Glockenschlag entlockt wird". Kurz voher standen auch einige Leute erwartungsvoll mit der Videokamera oder dem Fotoapparat vor der Uhr. Die "Explosion" trug dann allerdings eher zum Amusement der Umstehenden als zur Begeisterung bei. Hitze im Okanagan Valley: Auf dem Weg nach Osoyoos kamen wir durch den Manning Provincial Park. Angekommen bei einem hochgelegenen Aussichtspunkt hatten wir einen herrlichen Blick ueber das Tal und die schneebedeckten Berge. Dort sahen wir zum ersten Mal, in welchem Ausmass der Pine Beetle (Pinienkaefer) die Pinien zerstoert. Dieser erbsengrosse Kaefer ist zur echten Bedrohung fuer Kanadas Waelder geworden. Durch das Platzieren der Larven unter der Rinde, wird den Baeumen der Saft abgedreht, was im ersten Jahr zu einer Rotfaerbung und danach zum vollstaendigen Absterben fuehrt. Grund fuer die ungewoehnlich starke Ausbreitung des Kaefers sind die milden Winter der letzten Jahre, was die Ueberlebensrate deutlich erhoeht hat. Die Umgebung rund um Osoyoos entpuppte sich als das Mallorca der Kanadier. Kein Wunder bei den vorherrschenden Temperaturen und den Badeseen. Die Menschenansammlung treibt auch die Preise in die Hoehe und so waren wir an unserem bisher mit Abstand teuersten Campingplatz. Eine ganz neue Erfahrung haben wir im Dessert Center gemacht. Bei 38°C sind wir auf einem Lehrpfad durch die Wueste gelaufen. Etwas merkwuerdig war die Ansammlung von Obstplantagen rund um die Wueste, die sich durch ihr saftiges Gruen vom Rest der Umgebung abheben. Salmon Arm: Am naechsten Tag wollten wir uns weiter im Norden einen schoenen Campingplatz am See suchen. Nach langer erfolgloser Suche sind wir schliesslich bei einem Schweizer auf dem Notplatz untergekommen, was sich hinterher aber als Gluecksgriff erwies. Hier haben wir ganze drei Tage bei schoenstem Wetter in den Tag hinein gelebt. Auf der Weiterfahrt blieben wir im BC Wildlife Park stehen um einen Einblick in die Fauna Kanadas zu gewinnen. Hier werden vor allem kranke Tiere gepflegt, die in freier Wildbahn keine Ueberlebenschancen mehr haetten. Der Elch, der tierisch viel Spass am Enten jagen hatte, machte allerdings keinen so kranken Eindruck. Ab dem Halbwuestengebiet Kamloops begann es schliesslich zu regnen... Wells Gray: Im moskitoverseuchten Wells Gray Provincial Park war`s dann leider endgueltig vorbei mit kurzer Hose und Badelatschen. Bis zum naechsten Morgen hatte es durchgeregnet. Trotzdem riskierten wir einen Ausflug mit dem Kanu auf dem Clearwater Lake, der sich seinen Namen wirklich verdient hat. An diesem Tag haben wir saemtliche Wetterlagen mitgemacht und auf dem Rueckweg wurde uns das Vorwaertskommen durch Wind und Wellen erschwert. Trotz einiger Nachwehen genau das Richtige fuer uns. Werden wir auf jeden Fall wiederholen. Aufgrund eines akuten Baumkollers haben wir danach nur noch wenig Zeit im Park verbracht. Ausser den Helmcken Falls haben wir uns noch die beeindruckende Leistung der ueber Stromschnellen springenden Lachse auf Ihrem Weg zum Laichplatz angeschaut. Barkerville oder die Genesung des Baumkollers: Schon auf der Fahrt hat sich die Landschaft zu unserer Freude deutlich gewandelt. Ausser Baeumen gab's jetzt auch Farmen, Wiesen und Tuempel. Barkerville ist eine wieder aufgebaute Stadt, aus der Zeit des Goldrausches. Beim abendlichen Erkunden hatten wir die Stadt fast fuer uns alleine. Die einzelnen Gebaeude sind so eingerichtet wie frueher und man hat die Moeglichkeit, alles aus der Naehe zu betrachten. Nachdem es empfindlich kuehl geworden war und wir uns auf den Rueckweg machen wollten, huschte ein Schatten ueber die Strasse und im naechsten Moment sahen wir, dass es sich um einen kleinen schwarzen Fuchs handelte. Neugierig wie er war taenzelte er leichtfuessig um uns herum und war besonders am Rucksack interessiert, der auf dem Boden lag. Das war ein gelungener Tagesabschluss. Am naechsten Tag wurde die Stadt durch die verkleideten Darsteller zum Leben erweckt. Man konnte einem Schmied bei der Arbeit zusehen, auf der Strasse wurden verschiedene Stuecke aufgefuehrt, eine Kutsche fuhr durch die Stadt, das Wasserrad fuer den Goldabbau wurde in Bewegung gesetzt und beim Baecker gab es Backwaren nach altem Rezept. Im nahegelegenen Bowron Lake Park wollten wir noch eine kurze Kanutour machen, aber der Wind machte uns einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen landeten wir auf einem Wanderweg, bei dem eine Machete nuetzlich gewesen waere. Als wir nach einer halben Ewigkeit immer noch nicht am erhofften See waren, sind wir mit nassen Fuessen umgekehrt. Selbstueberschaetzung im Mount Robson Provincial Park: Nachdem wir uns noch kurz die von ihrer 1200 km langen Reise erschoepften Chinook Lachse an ihrem Laichplatz angesehen haben, sind wir zum Mount Robson aufgebrochen. Als wir den ersten Abschnitt des Berg Lake Trails gegangen waren, fand Johannes den Weg so ansprechend, dass er von der Idee besessen war, den ganzen Weg zu gehen. Nach laengerem Zoegern willigte ich schliesslich ein. Schnell noch ein paar Nuesse besorgt, Wasser hatten wir auch nicht mehr genug und dann auf dem Zeltplatz Bannock (Brot) gebacken. Vor uns lagen 21 km Aufstieg zum Berg Lake, in den 2 Gletscher kalben. Dort oben sollte auch zum ersten Mal unser Zelt zum Einsatz kommen. Vollgepackt mit Kleidung zum Wechseln, dicken Schlafsaecken und 9 Litern Wasser (weil wir weder einen Kocher noch einen Wasserfilter haben) machten wir uns auf den Weg. Schon bei den ersten Kilometern merkten wir, dass es kein Leichtes werden sollte. Auf der Strecke lagen mehrere Zeltplaetze. Beim Whitehorn nach 11 Kilometern kamen starke Zweifel in mir auf, ob ich die naechsten 10 km noch schaffen wuerde. Dort bekamen wir auch mit, dass die meisten diese Tour in 3 Tagen machen und dort auf dem Zeltplatz uebernachten, um am naechsten Tag mit einem kleinen Rucksack zum Berg Lake zu laufen. Nach der Durchquerung des "Tals der tausend Wasserfaelle" galt es waehrend der naechsten 4 km fast 600 Hoehenmeter zu ueberwinden. Dafuer wurden wir mit einer gigantischen Aussicht ueber das Tal mit dem veraestelten Robson River belohnt. Vorbei an imposanten Wasserfaellen hangelten wir uns dann von Campground zu Campground. An keinem einzigen stand ein Zelt und es wurde immer kaelter, spaeter und der Rucksack immer schwerer. Das letzte Stueck fuehrte durch eine Geroellandschaft und ueber eine grosse von Wasseradern durchzogene Ebene. Am Berg Lake angekommen, waren wir froh durchgehalten zu haben. Es gab eine Huette, in der ein Feuer brannte und es befanden sich noch andere Wanderer auf diesem Campingplatz. Und natuerlich war auf der gegenueberliegenden Seite des Sees auch ein Gletscher direkt auf Augenhoehe. Beim anschliessenden Zeltaufbau wurde unser Werk kurz von einem Murmeltier begutachtet bevor der Regen einsetzte. Am naechsten Tag verwandelte sich der Regen in ein Gemisch aus Regen und Schnee. Der "Abstieg" war dann noch gekroent von Nieselregen und den morschen Knochen. Trotzdem war es fuer mich die bisher schoenste Wanderung mit der hoechstens noch Gavarnie in den Pyrenaeen mithalten kann (aber nur weil wir dort einen kleinen Rucksack hatten und Abends ein ordentliches Bett auf uns wartete). Ich bin froh, dass mir Simone die Grenzerfahrung nochmal verziehen hat und zu dem Schluss gekommen, dass wir uns nicht ueberschaetzt haben sondern den vollgepackten Rucksack unterschaetzt! Auf der Fahrt nach Jasper waren wir so fertig, dass wir noch eine laengere Kaffeepause einlegen mussten. Aber eine Pizza am Abend haben wir uns nicht nehmen lassen. Die Miette Hot Springs am naechsten Tag hatten wir dringend noetig... Und fuer alle die sich Sorgen um uns machen: Das mit dem Essen haben wir im Gegensatz zur ersten Woche sehr gut in den Griff bekomen. Wir kochen sehr abwechslungsreich und nicht immer nur Nudeln, wie manch einer vielleicht denken mag. Die Basis besteht meistens aus Reis, Nudeln oder Kartoffeln. Das Ganze gibts dann entweder als mit diversen Zutaten Gemixtes aus der Pfanne oder wir machen Lachs, Pute, Wuerstchen oder Steaks dazu. Ab und zu gibts auch einen Salat. Das Fleisch schmeckt mir uebrigens hier viel besser als bei uns. Zum Fruestueck gibts je nach Stromverfuegbarkeit Toast oder Muesli. In letzter Zeit auch immer haeufiger Eier. Gutes Brot ist aber nur schwer aufzutreiben. Es ist erstaunlich, wie wenig Geschirr mit etwas Uebung zum Spuelen anfaellt... Unterwegs verfallen wir ab und zu auch mal dem Fast Food. Unser Favorit ist dabei "Tim Hortons". Da gibt`s sehr gute Bagels, Donuts und Muffins in allen moeglichen Varianten. Ausserdem die beste Kalorienbombe, die ich je genossen habe: Iced Capp. Einziger Nachteil: Man muss sehr viele Entscheidungen treffen bis man endlich mal was auf den Teller bekommt, aehnlich wie man es bei uns aus dem Subway kennt. Wir haben uns inzwischen auch fast an die raeumlichen Gegebenheiten im Camper gewoehnt und die Einrichtungsgegenstaende liegen nicht mehr ganz so haeufig in der Bewegungsbahn unserer Koepfe wie am Anfang. Mit den vielen Eigenheiten unseres Gefaehrts haben wir uns auch arrangiert. Improvisation ist alles. Life is too short, to drink bad wine! Inzwischen sind wir im Banff Nationalpark. Jasper haben wir hinter uns gelassen. Aber dazu mehr im naechsten Bericht... |
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| Last Updated ( Saturday, 17 January 2009 23:17 ) |
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