| Neuseeland - Suedinsel |
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| Geschrieben von: Simone und Johannes | |
| Sonntag, 24. Mai 2009 um 11:39 | |
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Die Suedinsel besticht durch ihre Vielfaeltigkeit in Sachen Natur: Fjorde, Wasserfaelle, Berge, Seen, Gletscher und Regenwald reichen sich die Hand. Bereits bei der Einfahrt in den Queen Charlotte Fjord erliegen wir dem Charme der Insel. Wir brechen auf, um all das zu erforschen, was die Insel fuer uns zu bieten hat und verfallen endgueltig den Naturschoenheiten, was uns den Abschied nach drei Monaten sehr erschwert. Ankunft auf der Suedinsel und die Marlborough Sounds: Die 3,5 stuendige Faehrueberfahrt auf die Suedinsel verlaeuft ruhig und ohne bemerkenswerten Wellengang. Zwei Tage spaeter gab es solche Brecher, dass die meisten Passagiere seekrank wurden - Glueck gehabt. Unsere Fahrt besticht lediglich durch eine Horde sich betrinkender Frauen, die lauthals singen als waeren sie die Einzigen an Bord und durch zwei LKWs voller streng riechender Schafe. Das war's an Auffaelligkeiten und was das Gedaechtnis gespeichert hat. Die Einfahrt in den Queen Charlotte Sound (Fjord) ist sehr beeindruckend und man bekommt einen Vorgeschmack dessen, was einen auf der Suedinsel erwartet: Natur, das Meer und die Einsamkeit. In den Marlborough Sounds im Norden der Suedinsel gibt es Gruenlippenmuscheln, die nur in Neuseeland zu finden sind. In Havelock gehen wir der Sache auf den Grund und bestellen uns die gegrillte Variante. Zwar ist das nichts zum satt werden, aber sie schmecken uns beiden gut. Im gleichen Dorf lernen wir auch noch Muehli kennen - unseren neuen Begleiter aus Muenchen. Gemeinsam brechen wir am naechsten Morgen auf, um die Marlborough Sounds zu erkunden. In Okiwi Bay machen wir es uns richtig gemuetlich. Planen werden gespannt und nur noch im Freien gekocht und gelebt. Johannes und Muehli versuchen sich die naechsten Tage mit Angeln. Das Ergebnis nach vier zu kleinen Fischen, die alle wieder zurueck ins Meer durften: "Mir tun die Fische einfach leid" und "Meine Angelkarriere ist beendet" (bevor sie ueberhaupt begonnen hatte...). Abends gab es dann eben Ersatz-Pappkartonwuerstchen (wir haben in Neuseeland noch keine ordentlichen Wuerstchen gefunden) und Kartoffelsalat. Am dritten erfolglosen Angeltag bekommen wir am Kai - durch erfolgreich eingesetzten Charme oder einfach aus Mitleid - Gruenlippenmuscheln und Felsaustern von den Fischern geschenkt. So gibt es zumindest an diesem Abend dank unserem Hobbykoch einen Festschmaus frisch aus dem Meer. Als wir noch tiefer in die Fjordlandschaft eintauchen landen wir schliesslich nach etlichen Kilometern Schotterpiste am French Pass. Ein Campingplatz direkt am Meer und fruehs patroullieren Rochen am Strand und Johannes mit Ihnen. Traumhaft! Auf unserem Rueckweg machen wir zum wiederholten Mal Bekanntschaft mit der Hilfsbereitschaft der Kiwis. Das komische Geraeusch, das ich als Hubschrauber identifiziere, stellt sich bei genauerer Betrachtung als Plattfuss heraus. Die Strassenarbeiter, die wir kurz zuvor ueberholt haben, fahren jetzt an uns vorbei und ehe wir uns versehen haben sie unseren Van hochgebockt und Muehli wechselt den Reifen. Wir stehen dabei und sind verdutzt. So kann es also gehen wenn man keinen Wagenheber hat... Abel Tasman Nationalpark: In Nelson hat uns die Zivilisation wieder. Wir stopfen unsere Kuehlbox und was sonst noch an freiem Raum vorhanden ist mit Lebensmitteln voll. Unser Campingplatz liegt in der Einflugschneisse des Flughafens und bei Fluglaerm schauen wir zum ersten Mal seit einer Ewigkeit einen Film - sogar in Muttersprache. Weiter geht's Richtung Abel Tasman Nationalpark. Bei einer Kanutour koennen wir den Park vom Wasser aus geniessen. Robben schwimmen um uns herum und die Straende streiten sich um die meisten Punkte auf der Schoenheitsskala. An einem Sonntag gibt es nach vierstuendigem Kochmarathon mit Campingkochern Semmelknoedel mit Schweinebraten. Wir hauen uns so den Bauch voll, dass wir danach kaum aufstehen koennen. Ich finde den Gedanken sehr amuesant, mitten in Neuseeland ein typisch bayrisches Gericht auf dem Teller zu haben. Wer haette gedacht, dass wir am anderen Ende der Welt unsere Kochkuenste in dieser Richtung erweitern koennen. Nach ein paar Faulenzertagen bricht das schlechte Gewissen ueber uns herein. Es gibt doch noch soviel zu sehen und die Zeit rast uns davon. Gedacht und aufgebrochen in den noerdlichen Teil des Abel Tasman Parks. Auf einem einfachen Campingplatz direkt am Meer, der ueber 800 Stellplaetze fuer den Besucherandrang im Sommer bereit haelt, haben wir die Qual der Wahl. Direkt ans Meer, windgeschuetzt zwischen Baeumen (es blaest eiskalt vom Meer) oder doch lieber nah an die sanitaeren Einrichtungen? Drei verschiedene Meinungen statt zwei erleichtern die Suche nicht gerade. Wir entscheiden uns schliesslich fuer einen windgeschuetzten Platz mit Feuerstelle und Feuerholz in der Naehe. Plaene werden geschmiedet und eine Wanderung fuer den naechsten Tag angepeilt. Bei unserem abendlichen Eintopf gibt es gesittet ein Glaeschen Rotwein. Und weil er so gut schmeckt, ist er ruckzuck leer. Da koennte man ja noch die andere Sorte versuchen. Der Abend endet mit gefuehlsduseligen Reden, Musik und Gesang am Lagerfeuer. Am naechsten Nachmittag machen sich drei lustlose Gestalten auf den Weg um den Nationalparkbesuch zu rechtfertigen. Gleich zu Beginn finden wir nicht den richtigen Weg und stehen vor einem Meeresarm. Die Abkuerzung um die Wanderung auf einen Bruchteil zu begrenzen entdecken wir aber sofort... Bergkulisse, Sandfliegen und die Besteigung des Mount Robert: Unser naechstes Ziel ist der Nelson Lakes Nationalpark, wo wir von einem Gletschersee und einer bilderbuchartigen Bergkulisse empfangen werden. Hier machen wir auch verstaerkt Bekanntschaft mit den sagenumwobenen Sandflies, vor denen uns jeder, der schon auf der Suedinsel war, gewarnt hat. Sie haben die Groesse und das harmlose Aussehen von unseren Fruchtfliegen, fallen aber ueber jede nackte Stelle her. Die Stiche jucken fuerchterlich und sehr lange. Unsere Wanderung auf den Mount Robert belohnt uns mit fantastischen Aussichten in die umliegenden Taeler. Auf dem Weg nach Kaikoura laesst unser Reifenluftdruck schon wieder nach. Ventil kaputt - Reifenwechsel. Die naechste Werkstatt setzt uns kostenlos ein neues Ventil ein - Customer Service! Nach zwei Wochen trennen sich schliesslich unsere Wege und unser Reisebegleiter faehrt weiter entlang der Ostkueste waehrend uns die Ueberquerung der Southern Alps bevorsteht. Auf dem Arthurs Pass erhoffen wir eine erste Sichtung von Keas, der einzigen Papageienart, die in Alpenregionen heimisch ist. Da es aber kurz zuvor begonnen hat wie aus Eimern zu schuetten, sind das Einzige was von ihrem Vorhandensein zeugt die "Don't feed the Keas" Schilder. Nasse Westkueste: An der Westkueste angekommen zeigt sich das Wetter weiterhin von seiner schlechtesten Seite. Wir verbringen unsere Tage auf engstem Raum, sortieren Bilder, fassen das Erlebte zu einem Bericht zusammen und versuchen Pedro trocken zu legen. Ab einer gewissen Niederschlagsmenge weist er doch die ein oder andere Leckage auf. Als sich das Tief verzogen hat, brechen wir auf nach Punakaiki zu den Pancake Rocks. Auf der Fahrt bestaunen wir den ersten Schnee auf den Southern Alps und uns wird schmerzlich bewusst, dass wir uns mit grossen Schritten auf den Winter zu bewegen. Die Pfannkuchenfelsen sehen wirklich aus wie uebereinander geschichtete Pfannkuchen. Das Spektakel, wenn Meerwasser aus einem "Blowhole" austritt und dabei einen Regenbogen entstehen laesst, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Weiter geht unsere Fahrt Richtung Sueden zum Franz Josef Gletscher. Dort goennen wir uns einen Helikopterflug mit Landung auf dem Eis. Sensationell! Man versinkt knietief im Schnee und unter den Fuessen befindet sich eine 400 Meter dicke Schicht aus Eis und Schnee. Das Besondere an diesem Gletscher und seinem Nachbarn, dem Fox Gletscher, ist der Regenwald, der direkt daneben wuchert. Gleich nach unserem Flug verschwindet der blaue Himmel wieder und nachdem sich im Spiegelsee Lake Matheson nur Wolken anstelle der Berge spiegeln verlassen wir die Westkueste ueber den Haast Pass. Ein Zischgeraeusch stellt sich als geplatzter Kuehlerschlauch heraus. Da sonst weit und breit keine Opfer zu finden sind, fallen hunderte Sandfliegen freudig ueber uns her als wir mit den Flickarbeiten beginnen. Knobeln und auf den Spuren Tolkiens: In der "Puzzle Welt" in Wanaka legen wir einen willkommenen Kniffeltag ein. Hier kann man bei Kaffee und Muffin aus einem riesigen Angebot an Raetselspielen waehlen und mit diesen zur Verzweiflung getrieben werden. In Queenstown, der Adrenalinhauptstadt schlechthin, besteht unser Abenteuer darin, auf einen Huegel zu fahren und Alpakas, Guanakos und sonstiges Getier zu fuettern. Der eigentliche Grund des Ausflugs waren aber die verschiedenen Herr der Ringe Drehorte auf diesem Huegel. "Hier ist Gimli also vom Pferd gefallen", "Das ist der Fels von dem Aragorn in die Schlucht fiel - ist ja nur ein Meter tief...". Aber ganz ehrlich: man muss schon ein eingefleischter Fan sein um bei den Schauplaetzen einen Aha-Effekt zu bekommen. Aber nett ist es trotzdem. In der Umgebung von Queensland stossen wir noch auf mehrere Drehplaetze, die alle in besonders reizvoller Landschaft liegen. Milford Sound im Fjordland: Unser "scenic drive" zum Milford Sound ist durch eine mysthische Stimmung gepraegt - Dauerregen, Sturzbaeche und Nebelschwaden. Und endlich sehen wir unsere lang ersehnten Keas. Sie sind auch gleich sehr interessiert an den gummierten Bauteilen von Pedro. So kommt heute wenigstens ein bisschen Farbe in das ansonsten graue Landschaftsbild. Das Campen macht uns heute besonders viel Spass... Wir wussten ja vorher schon, dass dieses Gebiet zu den niederschlagsreichsten der Welt gehoert - aber wenn wir schon mal hier sind, koennte es ja mal aufhoeren (hofft man so insgeheim). Am naechsten Morgen brechen wir zu einer Fjordtour auf. Es ist zwar noch voellig verhangen, aber immerhin schuettet es nicht mehr. Die Bootsfahrt entlang der steilen Felswaende und den Wasserfaellen und die allgegenwaertige Atmosphaere laesst den Vortag schnell in Vergessenheit geraten. Am Ende der Tour koennen wir sogar blaue Stellen zwischen der Wolkendecke ausmachen. Zufrieden treten wir den Rueckweg an. An der Ostkueste zurueck nach Christchurch: An der Catlins Coast haben wir das Glueck, die seltenen Gelbaugenpinguine aus naechster Naehe zu betrachten. Ein besonderes Erlebnis ist es, als einer aus dem Meer an Land stolpert und sein Partner ihm zur Begruessung entgegen rennt. Dann heben beide die Koepfe, troeten und laufen gemeinsam zurueck ins schuetzende Dickicht. Wir koennten schwoeren, dass sie sich gegenseitig ihre Tageserlebnisse erzaehlen waehrend sie so nebeneinander herwatscheln und die Koepfe zusammenstecken. Einige Tage spaeter stehen wir auf der Otago Halbinsel bei nahezu absoluter Dunkelheit am Strand und warten auf die Rueckkehr der kleinen blauen Pinguine. Tatsaechlich kommen dann auch noch fuenf Stueck aus dem Wasser. In der Hochsaison muss es ein ziemliches Schauspiel sein, wenn 200 Pinguine fast gleichzeitig an Land draengen. Bei den Moeraki Boulders warten wir, bis die 2 Busladungen Asiaten wieder abgefahren sind, um in der Daemmerung einige lustige Bilder von diesen an den Strand gerollten, kreisrunden Riesenmurmeln zu machen. Zum Abendessen bekommen wir von einem Kiwi fangfrischen Blue Cod geschenkt und freuen uns ueber diese unerwartete Bereicherung. Schliesslich verabschieden wir uns vom Meer um einen Abstecher zum hoechsten Berg der Suedinsel, dem Mount Cook, zu unternehmen. Auf dem Campingplatz lernen wir die beiden Schweizer Theresa und Markus kennen, mit denen wir uns auf Anhieb gut verstehen und am naechsten Tag wandern gehen. Am Lake Tekapo und in Christchurch treffen wir sie wieder. In Christchurch bringen wir unseren Van auf Vordermann um ihn beim Backpackers Carmarket abzustellen. Dananch ziehen wir ins Hostel (goennen uns ein Zimmer mit eigenem Bad) und machen Kulturprogramm. Schon nach zwei Tagen haben wir Pedro verkauft - eigentlich ein Wunder, weil die Saison vorbei ist. Wir werden ihn vermissen! Unsere letzten Tage in Neuseeland verbringen wir so ein bisschen plan- und lustlos zwischen Hotelzimmer und Foodcourt (dem Platz mit vielen verschiedenen internationalen Imbissbuden und niedrigen Preisen). Zumindest schaffen wir es, eine Unterkunft fuer die ersten Tage in Melbourne zu organisieren - der Rest ergibt sich dann schon... Das einzige, was uns den schweren Abschied erleichtert, sind die inzwischen fast winterlichen Aussentemperaturen und die allmorgendlich versiffte Hostelkueche. 1080 kills everything! |
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| Aktualisiert ( Samstag, 18. Juli 2009 um 19:30 ) |
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