| Neuseeland - Nordinsel |
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| Geschrieben von: Simone und Johannes | |
| Dienstag, 14. April 2009 um 12:31 | |
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Neuseeland - ein Land wie aus dem Maerchenbuch. Huegellandschaften, die in einem gruen leuchten, das so grell ist, dass man es nicht glaubt, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Das Land mit den vielen Schafen besticht durch seine Vielfaeltigkeit, den hilfsbereiten und freundlichen Bewohnern und mit seiner Urspruenglichkeit. Dieser Bericht dreht sich um die Nordinsel, die mit dem Meer an fast jeder Ecke, Farnwaeldern, tollen Buchten, riesigen Kauribaeumen, blubbernden Matschpools und einem subtropischen Klima aufwarten kann. Außerdem geht es um die Besteigung des Schicksalsbergs und unsere Erfahrungen beim Treppenbau... Auckland, Northland und die staendige Belaestigung durch Filmcrews: Unsere ersten Tage in Neuseeland verbringen wir damit, uns voll und ganz den kulinarischen Genuessen hinzugeben. Nach dem Pastaexzess kommen uns alle Gerichte wie Schlemmen in einem 5 Sterne Restaurant vor. Der Traum vom eigenen fahrbaren Untersatz verwirklicht sich gleich beim Besuch des Ellerslie Carmarket am zweiten Tag. Wir sind stolze Besitzer eines Toyota Hiace. Ein fertiges Bett und ein kleines Wohnzimmer (1m x 1m) mit Schrank befinden sich in unserem "rusty wagon". Ausserdem noch eine Gitarre, eine Angelausruestung, ein Heizluefter, ein Gaskocher, Geschirr, jede Menge Gewuerze von den Vorgaengern und viele andere nuetzliche Dinge. Als wir aufbrechen, sind wir furchtbar aufgeregt. Fahren auf der "falschen" Seite und dann noch in Auckland mit einem fast leeren Tank, laesst den Puls in die Hoehe gehen. Ehe wir uns versehen, befinden wir uns auf dem Highway und alles laeuft ganz gut. Mir wird es zwar ein bisschen schwindelig, wenn man linksrum in den Kreisel einfaehrt, aber ansonsten schlagen wir uns wacker. Wir fahren Richtung Norden. Kaum ist Auckland ausserhalb unserer Sichtweite, bestaunen wir die ersten Farnbaeume und die ueppige Natur. Unsere erste Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz namens "sheepworld". Hier koennen wir gleich am naechsten Morgen bei einer Hirtenhundvorfuehrung und beim Schafscheren zusehen. Ausserdem komme ich in den Genuss ein Lamm mit einer Flasche zu fuettern. Wir halten noch an einer Bienenfarm, um den beruehmten Manukahonig (Teebaum) zu probieren und sonstige "Bienenprodukte" zu erwerben. Es ist sehr heiss und unerwartet schwuel. In Whangarei machen wir eine Wanderung entlang eines Flusslaufs und werden von dem ohrenbetaeubenden Laerm der Zirkaden begleitet. Das laesst das Herz eines jeden Naturfreundes hoeher schlagen. Als wir am Wasserfall ankommen geniessen wir die Ruhe, bis ploetzlich ein Filmteam und jede Menge zwielichtige Gestalten auftauchen. Das Ganze ist uns zu suspekt und wir verlassen die Kulisse. Auf dem Heimweg kommen wir so richtig in die Traufe und erreichen unseren Camper nass bis auf die Knochen. Auf dem Campingplatz lernen wir Carl (75 Jahre) kennen, der uns spontan einen Platz zum woofen (WWOOF: willing workers on organic farms - arbeiten auf Biofarmen) bei seinen Freunden verschafft. Da es noch ein paar Tage dauert, nutzen wir die Zeit und fahren in das verschlafene Nest Tutukaka, wo wir einen Surfkurs machen. Zu Dritt brechen wir zur Sandy Bay auf, der optimalen Bucht fuer Anfaenger. Ausgestattet mit Neopren und Brett unter dem Arm machen wir erst ein paar Trockenuebungen, bevor es in den kalten Pazifik geht. Aus den veranschlagten 2 Stunden wird ein halber Tag und wir schaffen es beide, auf dem Brett zum Stehen zu kommen - wenn auch nur kurz. Dass das Ganze super anstrengend ist und man manchmal so von der Welle verrissen wird, dass man nicht mehr weiss wo oben und unten ist, haetten wir beide nicht gedacht. An diesem Tag ist ausser uns auch noch eine rote Alge im Wasser unterwegs, die hervorragend in den Haaren klebt. Ich rieche wie ein Fisch und die naechsten 3 Wochen werde ich intensiv an unsere Surfstunde erinnert. Aber das war uns der Spass wert. Unsere Abende verbringen wir im Camper von Carl und zocken mit ihm Rommé, hoeren Abba, Carl tanzt und gewinnt. Die Fahrt zu unserem WWOOFer Ort ist kurvig, steil und durch Mangroven. Als wir die Einfahrt hochfahren, wissen wir noch nichts von der fantastischen Aussicht, die uns empfangen wird. Wir werden von Hans und Lilian begruesst und bekommen erst mal ein Vesper. Wir sind beide baff von dem Blick aufs Meer, dem Haus und den umliegenden gruenen Huegeln. Eindeutig das Auenland! Die naechsten Tage verbringen wir damit, eine Treppe aus alten Autoreifen in den Hang zu bauen, lecker im Familienkreis zu Essen, am Privatstrand schwimmen zu gehen und an den Abenden ueber das Leben zu philosophieren. Wir gewinnen einen Einblick in eine Lebenseinstellung, die so anders ist als in Deutschland. Eine wirklich tolle Erfahrung, die wir hier machen. Mit ein bisschen Wehmut verlassen wir die Familie nach 5 wunderschoenen Tagen, aber schliesslich wartet noch ganz viel Abenteuer auf uns. Die naechsten Tage dringen wir immer weiter in den Norden vor. Wir sehen uns uraltes Kauriholz und die Produkte, die daraus gefertigt werden an. Das Holz wird gut erhalten aus dem Sumpf geholt, in dem es wegen einem Waldsterben die letzten 45000 Jahre gelegen hat. Neben zahlreichen Traumstränden bestaunen wir eine Toilette von Hundertwasser und das groesste Kriegskanu an dem Platz (Waitangi), an dem die Maoris den Vertrag mit den Weissen unterschrieben haben und wie soll es auch anders sein: beschissen wurden. Nach so vielen Eindruecken ist erst mal wieder Faulenzen an einer wunderschoenen sichelfoermigen Bucht mit tuerkisblauem Wasser angesagt. Unsere Weiterfahrt geht an die Westkueste zum suedlichsten Zipfel der Ninety Mile Beach, einem Strand der als Strasse benutzt wird. Warum auch immer?! Hier nehmen wir uns fuer 2 Tage eine Cabin, da es ohne Unterbrechung schuettet. Als die Sonne wieder lacht, brechen wir auf zu den Ngawha Springs, eine Ansammlung von blubbernden grauen Wasserbecken. Das Kaelteste mit 39°C ist immer noch zu heiss fuer Menschen mit Kreislaufproblemen. Hinzu kommt die Sonne, die ohne Gnade auf einen herunter pratzelt. Also brechen wir wieder auf und fahren weiter zu den riesigen Sandduenen bei Oponi. An dem Aussichtspunkt sind nur wir, die Duenen, die tiefstehende Sonne und der schoene farbliche Kontrast der gruenen Haenge und des tiefblauen Meeres. So sitzen wir seelig da und geniessen den Anblick, bis schon wieder eine Filmcrew (diesmal mit lauter Asiaten im Schlepptau) um die Ecke kommt. Es werden immer mehr und wir kommen uns mal wieder fehl am Platz vor und raeumen unglaeubig das Feld. Wir schauen uns noch den 2000 Jahre alten Tane Mahuta (Hueter des Waldes) Kauribaum an und dann versuchen wir auf der Fahrt zum Campingplatz KEIN Opossum zu ueberfahren. Weil es schon dunkel ist, tummeln sich viele davon auf der Strasse. Im Kaurimuseum in Matakohe erfahren wir, dass nur noch 4% des urspruenglichen Kauribestandes uebrig geblieben ist, was uns doch sehr verwundert bei so viel gruen. Der Trounson Kauri Park ist ganz nach unserem Geschmack. Eine Wanderung fuehrt uns vorbei an juengeren Kauribaeumen, Farnen in allen Variationen und einfach viel Natur. Der Rest der Nordinsel im Schnelldurchlauf: In Kawhia werden wir von unseren Campgroundbesitzern mit Spaten bewaffnet und damit fahren wir zur Ocean Beach und buddeln uns ein Loch im schwarzen Sand. Aus der Erde stroemt heisses Wasser und wir liegen direkt am Meer im eigenen heissen Pool. Im Hintergrund sind riesige Sandduenen und wir sind ganz fuer uns, ziemlich genial. Als die Flut langsam einsetzt und unser Becken immer wieder mit kaltem Meereswasser geflutet wird, verlassen wir den Strand und machen uns auf zu den Waitomo Caves. Dort entscheiden wir uns fuer eine Nachtwanderung zu den Gluehwuermchen und staunen nicht schlecht, als wir tausende von gruen-blauen Lichtern entdecken, die durch ihr Zusammenspiel abstrakte Muster an die Felswand "gluehen". Im Hoehleninneren haengen sie an der Decke und man kann sich einfach nicht sattsehen. Wegen des schlechten Wetters entscheiden wir uns fuer einen Besuch im Kiwi Haus in Otorohanga, schliesslich moechte man ja das Maskottchen der hiesigen Einwohner auch mal gesehen haben. Wir haben Glueck und koennen den groessten aller Kiwis bewundern. Bei einem taeglichen Schlafzyklus von 20 Stunden gar nicht mal so selbstverstaendlich. Ziemlich beeindruckend die huepfenden Kerlchen, deren Eier fast so gross sind wie die eines Emus. Auf einem Roentgenbild kann man sehen, dass dann der ganze Kiwi nur noch aus Ei besteht. Die Natur haelt doch immer wieder Ueberraschungen bereit. Bei unserer Tour ins Thermal Village bei Rotorua, in dem noch immer Maoris leben, sehen wir, wie die Ureinwohner die unterirdischen heissen Quellen nutzen. Sie heizen ihre Haeuser damit, kochen ihr Essen darin und morgens und abends gibt es ein heisses Bad. Bei der anschliessenden Vorfuehrung einiger Taenze mit Gesaengen und einem Haka (Kriegstanz der Maorimaenner) sind wir zutiefst beruehrt und man kann gut verstehen, warum der Feind das Weite gesucht hat. Zum Abschluss gibt es noch einen Maiskolben aus dem Schwefelpool und der schmeckt. Als wir uns fuer das Wai-O-Tapu Gebiet entscheiden um uns auch hier die geothermischen Aktivitaeten anzusehen, sind wir enttaeuscht. Yellowstone ist einfach nicht zu toppen. Der kuenstlich erzeugte Ausbruch des Geisiers "Lady Knox" (mit biologisch abbaubarer Seife versteht sich) ist doch eher klaeglich...Aber zumindest gibt es 2 Pools, die auch in schoenen Farben leuchten. Da wir unbedingt die Wanderung zwischen den 3 Vulkanen Ruapehu, Tongariro und Ngauruhoe machen wollen (Tongariro Crossing), warten wir einige Tage bis erst der Regen und dann auch noch der Wind nachgelassen hat. Um uns ein bisschen warm zu laufen machen wir noch eine Tour zu den Tama Lakes. 2 Hochseen in unwirklicher Grasslandschaft. Bei dieser Wanderung im Tongariro Nationalpark sieht man immer einen der drei Vulkane und man ist so gut wie alleine unterwegs. Ganz im Gegenteil beim Tongariro Crossing: Als wir morgens mit dem Bus zum Parkplatz gebracht werden sind wir ein bisschen erstaunt, dass uns noch etwa 600 Leute begleiten (Spaeter erfahren wir, dass wir Gluck hatten, weil es am Vortag unglaubliche 2000 Menschen waren!). Das erste Stueck ist ein leichter Anstieg und man schaut die ganze Zeit auf den Schicksalsberg (Herr der Ringe). Dann kommt man zu den Treppen des Teufels und warum die so heissen, wird einem schnell bewusst - es hoert einfach nicht auf. Nach dem steilen Aufstieg kommen wir am Red Crater vorbei (ein Krater in einem tollen schwarz und rot) und an den tuerkisgruen leuchtenden Emeraldpools. Wir wandeln zwischen den Vulkankegeln durch eine Ebene, die so anders ist als alles bisher Gesehene. Einfach gigantisch. Das Warten hat sich wirklich gelohnt. Die Hauptstadt Wellington: In Wellington besuchen wir das Te Papa Museum und sind beide Feuer und Flamme, wie gut ein Museum sein kann. Mit sehr vielen interaktiven Modellen, einer echten Riesenkrake, viel zum Thema Vulkanismus, Erdbeben, Plattentektonik, Klima unsere Erde und das alles sehr anschaulich dargestellt. So kann es also auch sein... Wirklich sehenswert. Mit der Cable Car sind wir vom botanischen Garten in die Stadt gefahren und im Wildlife Sanctuary haben wir uns einen Einblick verschafft, wie die Natur in Neuseeland waere, wenn keine Saeugetiere eingeschleppt worden waeren. Inzwischen sind wir schon seit einiger Zeit auf der Suedinsel unterwegs. Kajaken im Abel Tasman, angeln in den Marlborough Sounds, gruene Muscheln, Schweinebraten mit Semmelknoedel, aber mehr davon im naechsten Bericht... Ringa pakia Uma tiraha Turi whatia Hope whai ake Waewae takahia kia kino Ka Mate! Ka Mate! Ka Ora! Ka Ora! Tenei te ta ngata puhuru huru Nana nei i tiki mai Whakawhiti te ra A upane ka upane A upane kaupane whiti te ra! |
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| Aktualisiert ( Sonntag, 24. Mai 2009 um 12:25 ) |
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