| Vancouver Island |
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| Geschrieben von: Simone und Johannes | |
| Sonntag, 10. August 2008 um 23:37 | |
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Die letzten beiden Wochen haben wir auf Vancouver Island verbracht - viel länger als geplant... Die Überfahrt: Weil wir keine Reservierung für die Fähre vorgenommen hatten (obwohl uns das dringend empfohlen wurde), sind wir schon 3 Stunden vor Abfahrt vor Ort gewesen. Dass das wohl etwas übertrieben war, haben wir zuerst am erstaunten "Ohh - really?" der Ticketverkäuferin und kurz danach daran gemerkt, dass wir die ersten in der Schlange für Sidney waren. Dann ging es los. Ein bißchen komisch ist es schon, wenn man im Bauch eines solchen Riesenteils ist und sie noch nicht mal die "Tuer" zumachen, da zieht es ordentlich durch. Die Ueberfahrt war landschaftlich sehr schoen, aber der Hammer kam kurz vor der Ankunft in Sidney. Zum Glück befanden wir uns gerade auf Deck. Der Kapitaen machte eine Durchsage, die wir beide nicht verstanden, die Maschinen wurden gestoppt und dann sahen wir den Grund: Orcas! Sie tauchten in ihrem Rhythmus auf und unter und das gleich an mehreren Stellen. Wow! Mit so viel Glueck hatten wir nicht gerechnet. Hauptstadt Victoria: Mit dem Bus fuhren wir von unserem Campingplatz nach Victoria, einer Stadt mit besonderem Charme. Das erste was wir sahen, als wir den Weg zum Hafen eingeschlagen hatten, war das Parlamentsgebaeude (direkt daneben ein Totempfahl) und das bekannte "The Fairmont Empress" Hotel. Sehr beeindruckend, aber nicht gerade für Weltreisende geeignet. Erst mal gingen wir zu Barb`s, einem Fish'n'Chips Lokal, das sich auf einem Schwimmdock umgeben von Hausbooten befindet. Gestaerkt stellten wir bei einem Bummel auf den Docks fest, dass so ein Hausboot kein wirkliches Schnaeppchen ist. Aber schoen anzusehen waren sie. Ausserdem beobachteten wir gespannt die startenden und landenden Wasserflugzeuge, die dabei einen Heidenlärm veranstalteten. Die an den Docks auftauchenden Robben, die von den Touristen mit Fischen gefuettert wurden, trugen zur allgemeinen Erheiterung bei. Am naechsten Tag stand Kultur auf dem Programm. Ein Besuch des Royal BC Museums und zur Feier des Geburtstagskindes ein Essen in Chinatown. 2 Tage in der Stadt waren genug - auf ins Abenteuer Vancouver Island. Fahrt an die Westkueste nach Ucluelet: Auf der Fahrt Richtung Westkueste haben wir nur einen kurzen Stop in Duncan (die Stadt der Totempfaehle) eingelegt und sind dann für eine Uebernachtung im Englishman River Falls Provincial Park gelandet. Das schoene an dem Park sind die Wasserfaelle, die wir auf unserem Abendspaziergang erkundet haben. Am naechsten Tag ging es weiter ueber die Little Qualicum Falls, Coombs (einem wunderschoenen Dauermarkt mit Ziegen auf dem Dach) nach Ucluelet. Die Piste war ziemlich holprig und wir haben unseren ersten Schwarzbaeren gesehen. Leider haben wir ihn mitten in einer Kurve entdeckt und dabei zusehen muessen, wie er eine Plastiktuete verdrueckt hat. Da war die Freude ueber den ersten Baeren gleich zunichte gemacht. Ucluelet war dann leider ziemlich verregnet und weil es nur 2 Doerfer an der Sackgasse zur Westkueste gibt, naemlich Tofino und Ucluelet, auch noch ziemlich voll und nicht gerade billig. Als der Regen nachliess, haben wir uns auf den Weg zum "Wild Pacific Trail" gemacht und verstanden, warum es der "wilde Pazifik" heisst. Mit ziemlicher Wucht kracht der Pazifik an die vorgelagerten Klippen. Baden - nein danke. Ist sowieso viel zu kalt das Meer. Die Fuesse verkraften es eine gewisse Zeit...man koennte meinen, man waere an der Nordsee ;-) Direkt neben dem Pfad wieder undurchdringlicher Wald und Weisskopfseeadler, die ihre unverwechselbaren Schreie ausstossen. Ein bißchen komisch ist es schon, wenn man so auf dem Pfad wandert, das Gruene kaum weiter als einen Meter durchdringt und immer wieder die Baeren-, Puma-, und Wolfwarnschilder sieht. Am naechsten Tag haben wir bei bestem Wetter noch ein weiteres Stueck des Weges zurueckgelegt und wurden von weiteren Regenschauern in die Flucht geschlagen. Leider ging der Plan nicht auf: An der Ostkueste angekommen, hatten wir immer noch Regen...24 Stunden Dauerregen. Telegraph Cove: Telegraph Cove - ein kleines Nest, bestehend aus einem Hafen (fuer kleine Boote), ein paar Haeusern auf Pfaehlen und einem Campingplatz. Angesteuert hatten wir TC, weil man hier angeblich die besten Walbeobachtungstouren machen kann. Da uns dieser Ort auf Anhieb so gut gefiel, beschlossen wir gleich, ein paar Tage zu bleiben. Auf einer unserer kleinen Touren kamen wir an eine Bucht, wo wir Mama-Schwarzbaer mit ihren 2 Jungen aus sicherer Entfernung beobachten konnten. Man ist es ja jetzt auch nicht so gewohnt, einem Baeren zu begegnen. Totstellen oder anschreien...wer weiss das schon so genau? Und dann kam der Tag der "whale watching tour" von Stubbs Island. Mit einem 1000 PS starken Boot ging es um 17.30 Uhr raus Richtung Johnstone Strait. Nach knappen 5 Minuten trafen wir auf die ersten Orcas, die aus einer Familie aus 8 Mitgliedern besteht. Sie befanden sich in der Ruhephase, in der sie dicht gedraengt beieinander schwimmen und in regelmaessigen Unregelmaessigkeiten auf- und abtauchen. Ich vermied absichtlich das Wort Killerwal, um kurze Zeit spaeter zu erfahren, dass der lateinische Begriff "die Kreatur aus der Hoelle" bedeutet. Auch nicht gerade ein Kosename. Wir begleiteten die Schwertwale noch ein ganzes Stueck, bevor wir uns auf die Suche nach Buckelwalen machten. Auf der Fahrt begegneten uns noch Delphine, Schweinswale und ein Buckelwal, der kurz einen meterhohen Blas von sich gab und dann abtauchte. Aber die eigentliche Show galt den Orcas. Unter Deck erfuhren wir noch eine ganze Menge von einer Biologin, die sich mit an Bord befand. Die unterschiedlichen Sorten Orcas, die in den Gewaessern zu sehen sind und wir bekamen einen kurzen Auszug von ihren Unterwassergesaengen praesentiert. Ausserdem erfuhren wir etwas zu ihrer Ernaehrung und wie sich die Umweltverschmutzung auf die Wale auswirkt. Viele der anschliessenden Tips der Biologin, was jeder einzelne zum Umweltschutz beitragen kann, sind in Deutschland bereits umgesetzt. Das ist, wie ich finde, etwas, auf was wir wirklich stolz sein koennen. Alles in allem wirklich ein einmaliges Erlebnis, das von uns mehr als dokumentiert wurde. Stubbs Island Whale Watching hat sich in jedem Fall gelohnt, da sie sich in erster Linie fuer das Wohl der Wale einsetzen und die Angestellten das noetige Wissen haben, um sich daran zu halten. Ansonsten haben wir ein Rentnerehepaar aus Hildesheim kennengelernt, die mit ihrem eigenen Camper durch Kanada und die USA reisen und den Winter in Mexiko verbringen wollen. Insgesamt sind sie dann 1 Jahr unterwegs. Sie waren ziemlich gut drauf und offen für Technik (ausgestattet mit Laptop und Headset, um ueber Internet zu telefonieren - Respekt). Am Pier lernten wir morgens Colin und Linda kennen, die auf der Durchreise waren, um ihr letztes Stueck an der Kueste zu vervollstaendigen, das sie bisher noch nicht erkundet haben. Die beiden waren uns auf Anhieb sympathisch und die Offenheit der Kanadier erstaunte uns zum wiederholten Mal. Als sie hoerten, dass wir vorhatten bei Nanaimo ueberzusetzen, bekamen wir ihre Telefonnummer und eine Einladung auf ein Bier. Das ist das Schoene am Reisen, es oeffnet den Geist und befreit von alten Verhaltensmustern. Weiter Richtung Norden "San Josef Bay": Von der Biologin hatten wir den Tip bekommen, nach San Josef Bay zu fahren. Da es nur 60 km waren und es sich an der Westkueste im Nationalpark befand, waren wir guter Dinge und wollten diesen Abstecher wagen. Die Strasse dahin war alles andere als gut und wir wurden eigentlich nur ueberholt. Nach satten 3 Stunden kamen wir an einem Campingplatz an. Das erste was wir sahen, war ein Schwarzbaer mit 2 Jungen (scheint so der Standard zu sein), der sich auf eine Bank lehnte und einem Mann aus Arizona das Picknick wegfuttern wollte. Dieser hupte wild, was den Baeren ueberhaupt nicht beeindruckte. Hier waren wir also wieder in der Wildnis. Spaeter am Abend kam auch noch der Betreiber des Platzes, der ausser Stellplaetzen wirklich gar nichts hatte - zur Abwechslung mal. Und gar nichts heisst - gar nichts. Dafuer handelte es sich um einen original Waldschrat mit langem grauen Bart und langen schwarzen Haaren, der streng roch. Er haust da seit 30 Jahren (das erklaerte dann auch den Geruch), hatte dafuer aber einen herrlichen Humor. Gleich bei unserer Ankunft lernten wir 2 Englaender kennen, die mit ihren 3 Jungs unterwegs waren. Sie hatten im Internet fuer 3 Wochen ihr Haus getauscht mit einer Familie aus Courtenay. Ach ja und ihr Auto und die Katze. Wieder einmal ein erstaunter Johannes und eine erstaunte Simone. Was es nicht alles gibt. Von ihnen sind wir zu einem Wochenende in Suedengland eingeladen. Die Bucht war die Anfahrt wert und der Fussweg dahin wieder einmal Natur pur. Haette der Waldschrat wenigstens eine Toilette gehabt, waeren wir auch noch geblieben. Schaufel haben wir naemlich auch keine. Auf dem Rueckweg von der Bucht liefen wir klatschend durch den Wald, um jegliche Ueberraschungen mit Schwarzbaeren zu vermeiden. Man war das bescheuert - aber effektiv. Jetzt sind wir in Nanaimo, haben uns mit Colin und Linda einen lustigen Nachmittag auf Newcastle Island gemacht und danach ein Bierchen in einem typisch kanadischen Pub getrunken. Colin hat uns einen "blackberry pie" gebacken, was wir beide hinreissend finden und der hervorragend schmeckt. Ganz die Gastfreundschaft der Deutschen. Demnaechst setzen wir mit der Faehre nach Horseshoe Bay (noerdlich von Vancouver) ueber und dort geht es weiter... |
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| Aktualisiert ( Samstag, 17. Januar 2009 um 23:16 ) |
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