| Von La Paz nach Chiloé |
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| Geschrieben von: Simone und Johannes | |
| Dienstag, 06. Januar 2009 um 03:02 | |
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Von der Andersartigkeit in La Paz, der kargen Landschaft im Norden Chiles und den Neuweltkameliden. Von Problemen mit den Andenpaessen, rosa Farbkleksen in der Salar de Atacama und der klaren Luft in der Atacamawueste. Von vielen Kilometern Busfahrt, dem gruenen Seengebiet mit schneebedeckten Vulkanen und Pinguinen auf Chiloé. La Paz - Der Beobachter: Angekommen sind wir auf dem hoechsten Punkt von La Paz am Flughafen "El Alto" (ueber 4000m). Ein bisschen weiche Knie. Der Flieger kam ohne erkennbare Landungsprobleme gut auf der Erde an - entgegen meiner schlimmsten Befuerchtungen aufgrund von Gruselgeschichten. Der Taxifahrer hat in Gold eingefasste Schneidezaehne. Ein ungewohntes Bild. Wir fahren den Kessel hinab in den Teil der Stadt, in dem sich unser Hostal befindet. Auf der Fahrt bekommen wir gleich einen Einblick von den Ausmassen der Stadt und einen Vorgeschmack auf die Fahrweise der Bolivianer. Die Scheiben sind total beschlagen und quer auf dem Amaturenbrett liegt ein Teppich. Ich bekomme Klopapier zum Scheiben wischen. Unten angekommen werden wir gleich von unserem Taxifahrer das erste Mal beschissen. Das Gehirn ist noch sehr langsam und muede. Egal - es ist noch sehr frueh und ich will nur ins Zimmer. Der Tuersummer surrt und ein Sicherheitsmann oeffnet uns die Tuere. Zu unserer Freude duerfen wir gleich einziehen. Auf dem Weg in den dritten Stock muessen wir erst einmal eine Pause einlegen. Die Luft fehlt und das Herz rast wie nach einem Dauerlauf. Danach gibt es Pfannkuchen, Matetee und einen Milchshake. Jetzt geht es schon ein bisschen besser. Der pochende Kopf laesst erste Anzeichen der Hoehe erkennen, wir sind fertig von unserem Nachtflug. Von unserem Zimmer aus koennen wir eine Demonstration verfolgen und sehen unsere ersten Frauen mit den typischen Melonen auf dem Kopf. Erste Eindruecke der Stadt: Die Sonne brennt herab, die Minibusse hupen ohne Unterbrechung, die Beifahrer rufen die Ziele aus den Bussen und aus den Auspuffen steigt kohlschwarzer Rauch auf. Ich muss an unsere Feinstaubplaketten denken und muss laecheln. Willkommen in der Andersartigkeit. Wir haben uns aus unserem Hostel gewagt und versuchen uns unter die Menschen zu mischen, stellen aber ziemlich schnell fest, dass wir sofort als Touristen entlarvt werden. Inzwischen haben wir noch mehr Menschen mit den "Goldzaehnen" gesehen. Abwechslung entsteht durch die Variante in Silber. Hauptsaechlich bei den indigenen Frauen mit den pechschwarzen Zoepfen, den Melonen (die wie durch ein Wunder auf dem Kopf bleiben, da sie nur aufzuliegen scheinen) und den quietschbunten Tragetuechern und Roecken. Man nennt sie Cholitas, wie ich spaeter erfahre und es gibt sogar einige, die ihren Unterhalt beim Wrestling verdienen. Aus den Blicken, die uns begegnen kann man Neugier, Skepsis und Gastfreundschaft erkennen. Es gibt viele Bettler. Der Stadtteil, den wir erkunden ist ein einziger ineinander uebergehender Markt - mal ueberdacht, mal im Freien. Die Gerueche die auf uns einstroemen sind uns unbekannt. Die Augen moechten moeglichst viel aufsaugen und der Kopf moechte verstehen. Bei manchen Fleischdarbietungen wuerde mich interessieren, wie das dem europaeischen Magen bekommen wuerde. Ein spaeterer Test verlief positiv. Beim sogenannten Hexenmarkt bin ich ueberrascht, wie gut ich die in allen kleinen Groessen erhaeltlichen getrockneten Lamafoeten verkraften kann. Unweigerlich stellt sich mir die Frage, wie sie an all die Foeten kommen und im gleichen Moment beschliesse ich, mir darueber keine weiteren Gedanken zu machen. Gute Entscheidung! Wir schauen uns alles an: Kraeuter, getrocknete Froesche, abgezogene Jaguarfelle, all die Silberhandarbeiten, Fossilien, Alpakakleidung von Muetze ueber Schal zu Pulli und all das ohne eine Wertung - voellig neutral. Eine neue Erfahrung. Vermummte Schuhputzer lassen darauf schliessen, dass es sich hier um einen nicht sehr anerkannten Job handelt. Fuer 3 Dollar und mit Hilfe vieler Handzeichen gibt es auch noch eine Runde Haare schneiden und die Blasen auf dem Kopf aufgrund des Scheitels und der intensiven Sonneneinstrahlung gibt es umsonst. Fahrt nach Chile mit unserem ersten Ziel Putre: Der Bus, der uns nach Chile bringen soll, macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Das Gepaeck wird mit Zetteln gekennzeichnet und ordentlich verstaut. Als er allerdings losfaehrt und sich in Richtung "El Alto" hochschraubt, kommen durch die starken Seitenruettler und die scheinbar ohne Kupplung eingelegten Gaenge doch leichte Zweifel in mir auf. Wie sollen wir mit dieser Schrottkiste ueber die Anden kommen? Beim Blick durchs Fenster verfaellt man in eine Art Voyeurismus und ist vom Anblick wie gelaehmt. Ganz oben wohnen die Aermsten der Armen in der kaelteren Region und unter Hoehenkrankheit leidend. Die Stadt hat einen Hoehenunterschied von fast einem Kilometer. Unvorstellbar. Wirre Gedankenfetzen schiessen mir durch den Kopf und die Probleme, die wir alle in Deutschland haben sind wirklich laecherlich im Vergleich zu hier. Ich wuensche mir in diesem Moment so sehr, dass das alle mal mit eigenen Augen sehen. Das Bild der Barracken haelt lange Zeit an. Zwischendurch unterbrochen von kleinen containerartigen Verkaufsstaenden - acht nebeneinander und alle verkaufen das Gleiche?! Auf der Weiterfahrt werden die aneinander gereihten Wellblech-Holz-Wasauchimmervorhandenist-Baumaterialien von einsam in der Gegend stehenden Bauernhoefen aus Stein und Lehm abgeloest. Die Kargheit der Landschaft unterstreicht die Trostlosigkeit, die einen mit Traurigkeit erfuellt. Grenzueberschreitung bolivianische Seite: Der Bus haelt - alle steigen aus - in die Reihe stellen - Ausreisestempel bekommen - rein in den Bus - weiter geht die Fahrt. Das Spannende daran ist, dass keiner was sagt. Man steigt aus, weil alle aussteigen und man getraut sich nicht mal aufs Klo, weil man nicht weiss, wann der Bus weiterfaehrt. Ein paar Kilometer weiter wieder aussteigen. Grenzueberschreitung chilenische Seite: Diesmal laden wir auch noch das komplette Gepaeck aus. Wir befinden uns auf 4500 Metern ueber dem Meer an einem der hoechstgelegenen Seen "Lago Chungará" mitten im NP Lauca und haben beide rasende Kopfschmerzen. Das Gepaeck kommt nach rechts und links wird wieder eingereiht fuer Einreisestempel, Zollzettel und Einreisefragebogen. Wer meint, es wird einem langweilig auf der sieben stuendigen Busfahrt, der taeuscht sich. Die Einreise verlaeuft ebenfalls ohne Probleme. Jetzt nur noch Rucksack aufmachen, kurzer Check und wir sitzen wieder alle im Bus. Die Landschaft ist wieder reizvoller. Es gibt Berge, die in saemtlichen Rottoenen leuchten, Vulkane mit Eiskappen und jede Menge Alpakas - jedes mit einer anderen Farbkombination. An einem Wartehaeuschen werden wir rausgelassen, alle anderen fahren weiter. Bis Putre sind es 3 km Fussmarsch mit all unserem Gepaeck, das inzwischen schon etwas leichter geworden ist. Was wir nicht wissen: Der Pfad fuehrt durch eine Schlucht, die uns beim Aufstieg ganz schoen ins Straucheln kommen laesst und nicht zur Linderung unserer Kopfschmerzen beitraegt. Die Freude ueber unser erstes Etappenziel haelt sich in Grenzen. Als wir Putre erreichen, empfaengt uns ein staubiges Nest, das vollkommen ausgestorben zu sein scheint. Der Ortseingang besteht aus heruntergekommenen Baracken. Der Ortskern sieht dann doch einladender aus und 3 Stunden spaeter finden wir sogar noch eine geburtstagswuerdige Unterkunft. Nationalpark Lauca oder Alpakas spucken auch: Unser 3-Mann-Ausflug (Wir und Rodrigo) in den NP Lauca beginnt gleich mit der Erkenntnis, das nicht nur Lamas spucken, sondern auch Alpakas. Aber voher legen sie die Ohren an. Ich war wohl zu nahe dran an dem fluffig aussehendem Wollknaeuel und deshalb hat es mir gezielt auf die Hand gespuckt, die ich nach ihm ausgestreckt habe. Zur Belustigung von Johannes und Rodrigo. Vielleicht ist es auch einfach sauer, weil es in vollem Karacho angerannt kam als Rodrigo "Cookie" rief und jetzt doch keinen Keks bekommt. Wir lernen die Vicuñas von den Guanakos zu unterscheiden und das Licht im Nationalpark ist wirklich sensationell. Bei einer kurzen Wanderung mit Blick auf den schneebedeckten Vulkan Parinacota laufen wir durch eine riesige Alpakaherde in das Dorf Parinacota mit einer kleinen Kirche aus dem 17ten Jahrhundert. Zum Abschluss geniessen wir noch die Thermalquellen Jurasi. Iquique - Milch ist nicht inbegriffen im Frühstück! Etwas angeschlagen kommen wir ein paar Tage spaeter in Iquique an. Hier werden wir von zugemuellten Gehsteigen empfangen, was sich aber bei Tagesanbruch als die uebliche Methode zur Muellsammlung herausstellt. Muelltonnen gibt es nicht. Bei Johannes ist der Megadurchfall langsam am Abklingen, dafuer ist ein ein taubes Ohr hinzu gekommen. Die staendigen Wuesten- und Kordillerenfahrten tragen nicht unbedingt zur Besserung bei. Blopp! Dafuer habe ich jetzt Magenkraempfe. Unsere Unterkunft in Iquique (Haus der Professoren) wird von einer aufgepeppten Ueber-60-Jaehrigen und ihrem Sohn (40+, der den ganzen Tag "Mama" ruft) gefuehrt. Zum Fruehstueck gibt es ein keksartiges Broetchen und zwar genau eins! Am ersten Morgen besitze ich die Frechheit und frage bei der Angestellten nach, ob wir noch eins haben koennten. Am naechsten Morgen bekomme ich dann von der Chefin eine Abfuhr erteilt, als ich nach Milch fuer den Kaffee gefragt habe. "Milch ist nicht inbegriffen im Fruehstueck" war die Antwort. OK! Haben wir kapiert. Dafuer spritzt die einzige Dusche die man ohne Sagrotan und heisses Wasser (!) betreten kann in alle Richtungen. Unsere schlechteste Tour im Mercedes Sprinter mit 15 anderen Touris machen wir auch noch mit. Die Salpeterabbaustaette und ihre Geisterstaedte sind ganz nett. Die "Geoglifos de Pinturas", die von den vorspanischen Bewohnern in die Wueste gekratzt wurden, betrachten wir auch mehr ohne Gefuehlsregung. Das ist vielleicht das Verhaengnisvolle wenn man schon so viele abgefahrene Sachen gesehen hat. Der Rest der Tour artet dann in eine Kirchentour aus. Die Kirchen in Chile sind eher was fuer Liebhaber von Gruselfilmen. Ist uns alles eine Spur zu blutig und zu kitschig. San Pedro de Atacama - Salzwueste und rosa Bewohner: Die Sonne scheint, der Himmel ist blau und wir sind in San Pedro angekommen. Eigentlich besteht die ganze Stadt nur aus Restaurants, Argenturen und vereinzelten Minimaerkten, alles in einer Hauptstrasse angesiedelt. Die Mauern sind alle aus Steinen mit Lehm. Die Bude ist eine Bude, dafuer mal wieder ein grosses Bett und nicht 2 einzelne, aber der Preis ist ok. Die Waende sind aus Papier wie es scheint und bei den anderen Bewohnern handelt es sich um Elefanten. Wasser gibt es nicht im Moment, sind ja auch in der Wueste. Macht ja nichts, waere nur schoen gewesen, wenn man das festgestellt haette, bevor man sich die Fluessigseife in die Hand gekippt hat. Jetzt klebt es halt. Dafuer kann man die Toilettentueren nicht verschliessen. Da man auch hier an einer Tour teilnehmen muss, um in die Atacama Salzwueste zu kommen, beissen wir wieder in den sauren Apfel. Als es losgeht sind wir gleich mal begeistert einen englischsprachigen Guide zu haben. Das erste Mal. Toll, wenn man mal was kapiert. Der Ausflug fuehrt gleich in die Salzwueste und es begruessen uns 3 verschiedene Sorten Flamingos, die sich perfekt in dem glatten Wasser spiegeln. Eine grandiose Kulisse für das ein oder andere Bild und noch ein paar Filmchen. Wir sind Feuer und Flamme. Wie - es geht schon weiter? Wir wollen aber hier bleiben und beobachten. Aber jetzt geht es weiter zu den Altiplano Lakes Miñique und Miscanti. Bei der ruppigen Anfahrt muss ich daran denken, dass ich frueher immer ins Auto gebrochen habe. Die beiden Seen auf ueber 4000 Metern haben eine fantastische Farbe und diese wird durch den Kontrast der oeden Landschaft noch hervorgehoben. Lahmes Dahinschreiten zu den Ufern aus Ruecksicht auf die Fusskranken und weiter geht die Fahrt. Auf den Everest werden wir uns mal nicht begeben, haben beide wieder rasende Kopfschmerzen. Es gibt Wasser! Da nehme ich doch gleich mal eine Dusche - eine Kurze, sind ja wie gesagt in der Wueste. Der "Buden"-Besitzer befreit allerdings jeden Tag unnoetig lange mit dem Wasserschlauch seine Tourbusse vom Staub. Muss man nicht verstehen, oder? Ich dusche weiterhin nur kurz, aber ohne schlechtes Gewissen! Unsere Nachttour zu einem franzoesischen Hobbyastronomen, der 5 Megateleskope im Garten stehen hat, ist der Oberknueller. Zuerst macht er mit jeder Kamera ein Bild vom Mond. Das Befremdliche fuer uns Europaeer ist auf der Suedhalbkugel, dass die Ansicht des Mondes gedreht ist und zwar um -90 Grad. Haengt irgendwie komisch da. Die Krater sind gestochen scharf und der durchgeknallte Typ ist wirklich zum Wegwerfen komisch. Dann gehen wir erst mal alle in sein Haus und waehrend er jede Menge interessante Sachen erklaert warten wir darauf, dass der Mond "untergeht", um den Nachthimmel bestaunen zu koennen. Hier ist der Himmel so klar, dass man die Milchstrasse mit blossem Auge sehen kann. Uranus kann man auch noch durch das Teleskop betrachten und einige Nebulae. Einen frostigen Eindruck von den Nachttemperaturen in der Wueste bekommen wir bei 5° Celsius auch noch. Wir fahren um 2:30 Uhr zurueck in unsere Bude und fallen zufrieden in den Schlaf. Definitv die beste Tour seit wir von Touren abhaengig sind. Den angeblich welthoechsten Geysier sparen wir uns aufgrund der Hoehe, der Kohle und Yellowstone. Dafuer machen wir noch eine Schnaeppchentour ins Valle de la luna (Tal des Mondes). Im Valle de la muerte (Tal des Todes - weil nichts waechst) schauen wir dann den Sandboardern zu. Boah sind die lahm! Und dann bei bruetender Hitze wieder den Berg hoch - Nöö, dann lieber auf ein Snowboard und schoen mit dem Lift wieder nach oben. Im Mondtal kann man dann mit viel Phantasie die 3 Marien aus Stein zusammen mit etwa 10 anderen Tourbussen bewundern bevor eine Voelkerwanderung die Riesenduene hochgeht, um den Sonnenuntergang zu sehen. Aber man lernt auf laengeren Reisen auch ziemlich gut "Auszublenden". Man nimmt nur noch Sachen wahr, die einem Gefallen. Also sind nur wir und das Tal und der Sonnenuntergang. Toll! Hier beschliessen wir wohl im Stillen so jeder fuer sich, dass wir ein fuer alle mal die Faxen dick haben von Touren. Busmarathon - ca. 2500 km in 2 Tagen: Nach 24 Stunden Fahrt heraus aus der Atacama Wueste in Schlafsitzen (mit Dauerbeschallung vom Lautsprecher direkt ueber uns, der gleichen Fernsehvorfuehrung zweimal und Kaesefuessen hinter uns) erreichen wir Santiago - Aufenthalt 7 Stunden am Terminal (als mich die Klofrau schon erkannt hat "otra vez?" (nochmal?), wusste ich, es wird Zeit fuer die Weiterfahrt). Nach weiteren 11 Stunden befinden wir uns in Pucon. Nach so viel Wueste ist das Gruen Heilung fuer die Seele. Der Lago Villarica kann mit einem schoenen schwarzen Sandstrand aufwarten und im Hintergrund der aktive Vulkan Villarica mit seiner Eiskappe. Eine Umgebung wie geschaffen zum Verweilen und einfach mal Sein. Im Gegensatz zum Norden Chiles wirkt hier alles europaeischer. Unsere Fahrradtour zum Mapuchedorf findet ein jaehes Ende an einem verschlossenen Tor, dafuer laedt uns ein Strand zum Picknick ein. Also futtern wir unsere mitgebrachten Empanadas. Leider gibt es hier etwa 3 cm grosse schwarze Insekten, die scharf auf uns sind. Da hilft kein Umsichschlagen und kein Meckern, nur die Flucht aufs Rad. Die Fahrt geht zurueck nach Pucon. Die Piste besteht aus grobem Schotter und einer Berg- und Talfahrt. Man drippelt sich zu Tode in der Bruthitze. Ich habe danach einen viereckigen Sonnenbrand auf dem einen Handrücken. Oefter mal was Neues. Der naechste Ausflug geht in den Nationalpark Huerquehue. Nach drei Stunden bergauf wird man von einer genialen Landschaft begruesst. Uralte Araukarien, die aussehen wir riesige Sonnenschirme stehen hier. Ausserdem gibt es drei Seen umgeben von saftigem gruen und immer wieder den Blick auf den schneebedeckten Gipfel des Vulkans. Ganz nach unserem Geschmack und ohne gefuehrte Tour. Chiloé - eine Insel voller Mythen: Da wir Weihnachten und Neujahr irgendwo bleiben wollen statt mit dem Bus durch die Gegend zu fahren, entscheiden wir uns fuer 10 Tage "Agroturismo" auf der Insel Chiloé. Der Grundgedanke dieser Art der Unterkunft ist, dass man dort mitarbeiten kann und deshalb die Unterkunft und und das Essen guenstiger bekommt. Ausserdem kann man am Familienleben teilhaben. Als wir in Tenaún nach 2 stuendiger Busfahrt (40 km!) in unserem bisher uebelsten Bus ankommen, kippen wir fast aus den Schuhen, da es das Doppelte kostet wie erwartet. Die Preislisten im Internet sind veraltet - ist die Auskunft unserer Gastgeberfamilien-Mutter. Die einzig logische Schlussfolgerung fuer uns ist, dass wir dann nur halb so lange bleiben, wie geplant. Das Mitarbeiten besteht lediglich aus kurzer Gartenarbeit fuer den Eigenbedarf. Zum Fischen geht's nur fuer die Touristen und nicht fuer den Lebensunterhalt. Aber wir werden dreimal taeglich koeniglich bekocht und das geniessen wir. Ausserdem ist die Lage des kleinen Dorfes am Meer traumhaft. Schliesslich ist Weihnachten, welches wir Beide zum ersten Mal nicht Zuhause verbringen... Als wir Tenaún verlassen, entschliessen wir uns fuer einen Abstecher nach Cucao in den Nationalpark Chiloé. Dort ist unsere Wunschunterkunft seit einer Woche ohne Wasserversorgung wegen eines Sturms. Wir finden noch eine schoene Cabaña ganz fuer uns alleine direkt am See. Beim Ausflug zu den Pinguinen, die sich im Nordosten der Insel aufhalten, sind wir beide ueberrascht wie klein die Kerlchen sind. Die angeblichen 60 - 70 Zentimeter sehen fuer uns eher aus wie maximal 40. Hier gibt es Humboldt- und Magellanpinguine und ihre kleinen Nachfahren. Es ist ein einmaliges Erlebnis die Pinguine in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Leider geht auch hier die Bootsfahrt viel zu schnell vorbei. Kurz ueberlegen wir uns noch, ob wir als Freiwillige den Januar dort arbeiten wollen, verwerfen den Gedanken aber wieder. Inzwischen sitzen wir in einem Hostal in Villa la Angostura in Argentinien und wundern uns ein wenig, dass es hier aussieht wie in der Schweiz. Das haben wir so gar nicht erwartet. Die Preise sind auch wie in der Schweiz, weshalb wir jetzt nicht nur unser Bad sondern auch unser Zimmer mit anderen teilen. Komisch, wenn alles so vertraut wirkt, obwohl man so weit weg ist von Zuhause. Wir arbeiten uns jetzt weiter in den windigen Sueden... Plaene sind dazu da, um sie ueber den Haufen zu schmeissen... |
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| Aktualisiert ( Samstag, 14. Februar 2009 um 11:06 ) |
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